London (19.06.2020) www.tenbagger-report.de – Das Drama um Wirecard (WKN: 747206) nimmt seinen Lauf. Einmal mehr haben unsere Börsenexperten schon gestern, die Gefahr einer Insolvenz, mittels knallharter Fakten begründen können. Doch noch immer hoffen Kleinanleger auf ihre gerechte Abfindunng, während die Profis die letzten Monate nutzten, um ihre Positionen an unerfahrene Anleger abzustoßen und auch einzelne Vollprofis die Short-Seite wählten. Das könnte noch ein Nachspiel haben, auch für die Deutsche Börse (WKN: 581005), die formell alles korrekt macht, aber in den Augen vieler Anleger mit Sicherheit keine gute Figur abgibt, indem sie so eine Aktie noch oberhalb des Kanaldeckels auf dem Frankfurter Börsenparket notiert.

Wir können an dieser Stelle nur vermuten, ob man den Institutionellen Anlegern noch eine Gnadenfrist und eine Notausgangs-Türe offen halten will? Damit wenigstens jetzt die Compliance-Abteilungen eine sofortige Glattstellung der Positionen anordnen dürfen und die Fondsmanager sich mit weißer Weste ins Wochenende verabschieden können und nicht schlaflos auf offenen Positionen sitzen bleiben, die vielleicht nie mehr veräußerbar sind.

Sogar der Aktionär schreibt heute:

Die Indizien für einen für einen Betrugsfall von großem Ausmaß um den DAX-Konzern Wirecard scheinen sich zu verdichten.

UPDATE zum Wochenenende

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Gestern berichteten wir davon, dass binnen Stunden die Insolvenz drohen würde und schrieben:

Laut dem von Wirecard für das 1. Quartal vorgelegten Berichts, stehen fast 2,7 Milliarden Euro an offenen kurzfristigen Verbindlichkeiten fest, denen nach der heutigen Hiobsbotschaft offenbar nur noch rund 200 Millionen Euro an liquiden Mitteln gegenüberstehen. Damit wäre, falls jetzt schnellstmöglich, am besten über Nacht, keine Lösung gefunden würde, die Insolvenz denkbar.

Tenbagger News vom 18.6.2020

Jetzt bringen die großen Schlachtschiffe der Börsenmedien – wie BLOOMBERG – ihre Geschütze in Position und geben Feuer frei.

Wirecard steht nun vor einer potenziellen Geldknappheit. Das Unternehmen warnte am Donnerstag, dass Kredite bis zu 2 Milliarden Euro gekündigt werden könnten, wenn der geprüfte Jahresbericht nicht am Freitag veröffentlicht werde. Analysten von Morgan Stanley schätzten, dass Wirecard über Barmittel in Höhe von rund 220 Millionen Euro verfügt, falls es die fehlenden 2,1 Milliarden Dollar nicht auftreiben kann.

Bloomberg News

Alles dreht sich jetzt um die 1,9 Milliarden Frage?

Niemand weiß, ob die 1,9 Milliarden wirklich jemals existiert haben oder sie nur ein Resultat von Luftbuchungen sind.

Wenn dem so wäre, dann dürften die Versuche zur Rettung des Konzerns wenig Erfolgschancen haben, zumal sich dann die Frage stellt, wo der Anfang dieses mutmaßlichen „Betrugs“ liegt und wie lange die Geschäftsberichte schon „frisiert“ wurden?

Falls das Geld tatsächlich da war, sollte sich der Vorstand die nächste Nachfrage gefallen lassen:

Was – in Gottes Namen – diese, für unseren Geschmack, über die herkömmlichen Peanuts hinausgehende, recht immense Geldmenge auf irgendwelchen Konten bei den beiden in der Presse genannten Banken auf den Philippinen zu suchen hatte?

Immerhin handelt es sich um den Großteil der gesamt verfügbaren Liquidität und da schließt sich gleich die nächste Frage an, weshalb ein Unternehmen mit 1,9 Milliarden Euro Bargeld, gleichzeitig über 2 Milliarden Euro Kredite aufnehmen musste?

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Um ehrlich zu sein, der Fall erinnert uns an den Parmalat-Skandal vor fast zwei Jahrzehnten, als das Unternehmen nach dem verschwinden eines Milliardenbetrags ohne Umwege in Insolvenz ging.

Parmalat Brabham in der Formel 1 – Pinterest.com

Investigative Journalisten jagen offenbar schon ihrem Pulitzer Preis nach?

Diesen Spekulationen nachzugehen und Aufklärung zu bringen, überlassen wir nun den professionellen Investigativ-Reportern, die sicher ihre scharfen Hunde längst aktiviert haben und nun jeden Stein umdrehen werden.

Bereits am Wochenende sollte mit weiteren Details, bis hin zu spannenden Kriminal-Geschichten zu rechnen sein.

Mittlerweile haben sich die Medien wie Bloomberg – mit ersten Artikeln – auf den Fall eingeschossen und liefen uns im Verbund mit FT, ARD-Börse und anderen Medien, nun praktisch stündlich, immer neue brisante Details.

In diesen Wettbewerb der schnellen Informationen wollen wir jetzt nicht einsteigen, sondern Ihnen lieber wie bisher tiefergehende Infos und Analysen zukommen lassen, die für eine Aktienbewertung und Ihre Investitions-Entscheidung relevant sind.

Unserer Erfahrung nach, mit Dutzenden ähnlichen globalen Fällen, die allesamt aber auf kleinerer Bühne vor ausgesuchtem Publikum spielten, in der Sachlage aber stets gleich endeten, erscheint es uns höchst unwahrscheinlich, dass das Geld plötzlich doch wieder auftaucht.

Ahnte CEO Braun schon früh von Liquiditätsengpässen?

Wir beziehen uns hierbei auf diesen Bericht im Spiegel, der schon vor über einem halben Jahr erschien, aber ebenso, wie hunderte Argumente, von den Privatanlegern überhört oder als Teil einer böswilligen Schmierenkampagne vorverurteilt wurde.

Ist der Wirecard-Chef ein Betrüger?
Vertraute sagen, Markus Braun weine manchmal in der Oper. Wer den Chef des Dax-Neulings Wirecard trifft, kann sich das kaum vorstellen.

Spiegel-Bericht vom 6.12.2019

Wie kann es sein, dass der damalige CEO Braun offenbar schon m April 2019 in so große Not kam, um kurzfristige Kredite zu beschaffen, die er vor allem mit Softbank aushandelte. Es scheint, dass man den japanischen Technologiekonzern – dessen Finanzlage selbst immer wieder hinterfragt wird – als reine Rettungsmaßnahme ins Boot holte. Selbst wenn er keine Kenntnis gehabt habe, von den Konten auf den Philippinen, als Teil einer mutmaßlichen „Veruntreuung“, hätte er doch zunächst diese Liquidität nutzen können.

Unserer Meinung nach tuen sich Wirecard und Herr Braun selbst keinen Gefallen und sollten spätestens jetzt sofort die Karten auf den Tisch legen. Wenn nicht, wann dann? Es drohen immerhin, bei schwerwiegenden Verzögerungen, weitreichende Konsequenzen, die mindestens strafrechtlich relevant werden könnten und zur mutmaßlichen Insolvenzverschleppung reichen könnten.

Auch die Analysten äußern sich mittlerweile immer skeptischer zur Lage:

Angesichts der Größenordnung der fraglichen Barguthaben, neuer Gläubigerrisiken und der Schwere des Aktienkursrückgangs sind wir der Ansicht, dass diese Veränderungen im Vorstand wahrscheinlich nicht ausreichen werden, um das Vertrauen des Marktes kurzfristig wiederherzustellen.

Robert Lamb, Analyst der Citigroup, in einer Notiz vom Freitag.

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Privatanleger lernen eine wichtige Lektion

So leid es uns um die tatsächlichen Verluste und die entgangenen Gewinne tut, so muss jeder Wirecard-Aktionär aus dem Schlamassel lernen. Einmal sollte man Unternehmen und deren Veröffentlichungen niemals blind vertrauen und immer hinterfragen, wie wir das stets mit jeder unserer Vorstellungen tun.

Zudem sollten Anleger bei den Risiken, die ein Aktienkauf immer beinhaltet, sicherstellen, dass sie nicht alle Eier in einen Korb legen, sondern ein Depot zusammenstellen, das wenigstens 20 Titel umfasst.

Einzelne Chancen sind immer wieder möglich und erleben neben dem Kerndepot auch mal ein paar „Spekulationen“, doch diese sollten wohlüberlegt und auch zeitlich begrenzt werden. Bei Wirecard warteten Anleger seit Monaten auf die Aufklärung und wurden nun schon 18 Monate lang vertröstet.

Verlust einstecken und weitermachen

Das Wichtigste an der Lektion Wirecard ist, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Was Sie einsetzen, können Sie verlieren. Darum sollten Sie sicher gehen, dass zumindest eine ausreichend große Gewinnchance besteht, wenn Sie sich schon auf die Börsenrisiken einlassen.

Was wäre die Chance bei Wirecard im besten Falle gewesen? 200 Euro pro Aktie vielleicht? Bei gestern 108 Euro Kursen, vor der wichtigen Ad-Hoc Nachricht und dem stets vorhandenen Totalverlustrisiko, das bei jeder Aktie existiert, wirkt ein Verdoppler nun nicht unbedingt besonders ansprechend, wenn Sie uns fragen.

Tenbagger-Chancen finden Sie nicht im DAX

Vor 15 Jahren war Wirecard noch immer ein junges wachstumsstarkes Unternehmen, deren Aktienkurs unter 5 Euro notierte. Wer damals die Zukunft des Geschäftsmodells erkannte und das Risiko eines Totalverlustes wagte, das bei solchen Deals immer mit schwebt, konnte mit Blick auf die Chancen investieren und den Kurs in der Spitze bis 188 Euro reiten.

Die Aktie stieg also in der Spitze bis zu rund +2.900% und jeder Investor hätte hier sicher irgendwann sein Kapital und einen hübschen Gewinn absichern können. Wer das nicht tat, der investiert aus purer Gier, ohne den Verstand.

Die wahren „Verzehnfacher-Chancen“ graben unsere Experten regelmäßig in Marktsegmenten und Nischen aus, wo sie sonst keiner vermutet. Die Wahrscheinlichkeit im DAX auf eine „Tenbagger-Aktie“ zu treffen, ist praktisch nicht vorhanden.

Interessenskonflikt

Dieser Beitrag stellt eine Meinung des Autors dar. Geschäftspartner halten Aktien des besprochenen Unternehmens. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Geschäftspartner können die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – kaufen oder veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Von Tenbagger

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