Die aktuellen Entwicklungen bei Wirecard (WKN: 747206) zeigt uns wieder einmal, warum wir unseren eigenen Verstand einschalten und nur selten einem Fondsmanager unser sauer verdientes Geld anvertrauen sollten. CEO Braun hat am Sonntag Abend auch eine klare Botschaft via Twitter gesendet, die wir Dir weiter hinten im Text nochmal abgebildet haben.

Skandalöses Verhalten der Deutschen Bank

Das Buch der Kuriositäten um Wirecard ist um ein weiteres Kapital reicher. Sowohl die DWS (WKN DWS100) als auch die Union Investment sind in den letzten Tagen mit ihren Wirecard-Positionen unterhalb von Meldeschwellen geraten. So weit so gut. Skandalös wird, es, wenn wir uns die aktuelle Researcheinschätzung der Deutschen Bank (WKN 514000) seit Freitag dazu anschauen.

Die fetten Wetten, insbesondere in den Deutschlandsfonds der DWS sind in einem Fiasko geendet. Anhand der monatlich erscheinenden Factsheets ist ersichtlich, dass die Tochter der Deutsche Bank insgesamt die Position nahezu auf 4,6 Millionen Aktien halbiert hat.

Die Verkäufe stehen anscheinend im Zusammenhang mit dem mit dem desaströsen Sonderprüfungsbericht von KPMG. Anlegern in den entsprechenden Fonds dürfte ein satter Schaden entstanden sein.

Deutsche Bank Research hatte nahezu exakt vor einem Jahr im Mai 2019 das Kursziel von 170 Euro und einem Hold-Rating auf 200 Euro und einem Buy-Rating angehoben. Ende Oktober 2019 wurde dieses Kursziel nochmals bekräftigt und die DWS erhöhte drum herum den Anteil in den Deutschlandsfonds signifikant. Nachdem nun der stärkere Ausstieg der DWS bekannt wurde, strich das Skandalbankhaus kurzerhand das Coverage jetzt am Freitag.

Wir dachten solche Dinge sind seit dem Neuen Markt passe aber anscheinend haben wir uns hierbei geirrt.

Neue Ungereimtheiten in Dubai

Einer der wichtigsten Partner der Third Party Umsätze in Dubai, Al Alam macht die Gesellschaft dicht. Al Alam hat den Wirecard-Konzern darüber informiert, dass die Gesellschaft Al Alam Solutions wegen angeblich entstandener Reputationsschäden geschlossen wird.

Merkwürdigerweise handelt es sich ausgerechnet um die Gesellschaft, über die seit Monaten die Betrugsvorwürfe kursieren und von der vermutlich bei der Sonderprüfung die Zusammenarbeit nicht sonderlich erfolgreich verlief. Das Geschäft soll allerdings nur auf einer anderen Gesellschaft aus der Dachorganisation übertragen werden.

Dadurch soll es nach eigenen Angaben von Wirecard absolut keine Beeinträchtigung für die Abwicklungen der anfallenden Transaktionen geben. Aber dennoch hat dieses Vorgehen ein Geschmäckle, auch wenn seit 2019 die TP Umsätze auf eigener IT Struktur fahren und demnach problemlos 2019 und auch 2020 den Abschlussprüfern vorgelegt werden können.

Das Verhalten von Wirecard und die Öffentlichkeitsarbeit ist auf dem Niveau einer Pommesbude. Hoffen wir, dass das operative Geschäft weiterhin DAX-würdig ist.

Daran lässt zumindest CEO Braun keinen Zweifel aufkommen, wie ein kurzer Tweet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter von ihm am Sonntag Abend verriet.

An Wirecard scheiden sich weiterhin die Geister. Sollten die vermeldeten Umsätze und Gewinne stimmen, sind solche Shortattacken wie letzten Freitag Einladungen zum Geld verdienen und in 1-3 Jahren dürfte die Aktie mehrere Hundert Prozent höher stehen.

Sollten sich doch noch glaubhafte Beweise für Fakeumsätze auftun, dann dürften die Shortseller ein weiteres Schlachtfest einläuten und wir noch mal 50-70 Prozent Kursverlust, und einen der größten Skandale eines DAX-Unternehmens, sehen.

Interessenskonflikt

Dieser Beitrag stellt eine Meinung des Autors dar. Geschäftspartner halten Aktien des besprochenen Unternehmens. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Geschäftspartner können die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – kaufen oder veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Tenbagger

Von Tenbagger

Ein Gedanke zu „Wirecard: Die Ratten verlassen das Schiff“

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