London 29.10.2020 – Tenbagger-Report.de – Der Ölkonzern Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M) meldet für das 3. Quartal einen Totalkollaps seiner Nettogewinne, um -97% gegenüber dem Vorjahr auf 177 Mio. US-Dollar.

Doch damit wurden trotzdem die Analystenprognosen übertroffen. Die Durststrecke scheint also, trotz desaströser Ereignisse, langsam überwunden?

Immerhin wurde der massive Verlust aus dem 2. Quartal, der 18 Milliarden US-Dollar umfasste, der Großteil natürlich reine Abschreibungen auf „Vermögenswerte“ ausgebügelt.

Auf den ersten Blick gibt es hier eine positive Entwicklung, die dazu beitragen dürfte, die Bedenken hinsichtlich der langfristigen Entwicklung von Shell zu zerstreuen“

Stuart Lamont, Investment Manager bei Brewin Dolphin gegenüber der Nachrichtenagentur AP

Dividendenerhöhung stimmt zuversichtlich

Nach einem besser als erwarteten 3. Quartal des Jahres, erhöht Shell sogar wieder die Dividende für die Aktionäre, die zuvor drastisch gekürzt wurde, wenn auch nur symbolisch. Man werde seine Dividende für das 3. Quartal um 4% auf 16,65 Cent pro Aktie zu erhöhen, teilte das Management mit.

Die Stärke unserer Leistung gibt uns die Zuversicht, unsere strategische Richtung festzulegen, das Dividendenwachstum wieder aufzunehmen und Klarheit über den Rahmen für die Barzuteilung zu schaffen, mit klaren Parametern zur Erhöhung der Aktionärsausschüttungen,

Chief Executive Ben van Beurden

Der Ölgigant arbeitet an der CO2-Neutralität

Shell und sein britischer Konkurrent BP haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 auf netto Null zu senken und müssen entsprechend in erneuerbare Energien investieren, die bisher noch nicht die gewünschten Erträge generieren, wie das sonst margenstarke Ölgeschäft.

Die Hoffnung, dass die Pandemie eine den Weg in eine CO2 freie Zukunft beschleunigt, ist ohnehin unangebracht und übertrieben optimistisch, sagen die Experten.

Goldman Sachs erwartet fast 90% Kurspotenzial

In seiner jüngsten Research-Notiz bestätigt der federführende Ölanalyst von Goldman Sachs, Michele della Vigna seine positive Einschätzung und Aktienempfehlung für Shell. Er behält seine Kaufempfehlung bei und das Kursziel sieht er unverändert bei 1740 Britischen Pence, 90% über dem aktuellen Kurs von 900 Pence oder rund 10 Euro pro Aktie.

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Unsere Einschätzung

Anleger müssen sich bei Shell womöglich noch auf eine Periode gedämpfter Renditen einstellen. Zumindest im Vergleich zur fernöstlichen und osteuropäischen Konkurrenz, die nur sehr kleine „grün Investitionsprogramme“ unterhalten und die stärker von der erwarteten Rückkehr eines margenstarken Ölgeschäfts profitieren dürften , als die westlichen Ölmultis, die einen politisch motivierten Umbau umsetzen müssen.

Für uns ist die Shell-Aktie trotzdem eine solide Standard-Aktie, mit Erholungspotenzialen. Wir stimmen mit Goldman Sachs überein, dass die Shell-Aktie hochattraktiv bewertet bleibt.

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Von Tenbagger

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