London 21.06.2020 www.tenbagger-report.de – Die Kontroversen bei Wirecard (WKN: 747206) nehmen zu. Wir hatten uns zuletzt und seit spätestens Mai immer wieder als kritische Begleiter gesehen und vor den erheblichen Risiken gewarnt. Besonders als wir den “Ratten verlassen das Schiff” Kommentar verfassten, brachte uns das unserer Redaktion viel Kritik von Wirecard-Aktionären ein, die sich wie auch das höhere Management und der Ex-CEO Markus Braun bis zuletzt als Opfer von “Betrügern” und einer “Presse-Schmierkampagne” inszenierten, womöglich nur um über ihre eigenen grotesken Fehler und die Intransparenz hinwegzutäuschen, die ihnen nun auf die Füße fällt. Aus dem Opfer Wirecard wurde der Verlierer Wirecard, deren Aktienkurs innert zwei Handelstagen um über -80% gefallen ist und die selbst heute am Sonntag, mit der Existenz ringt.

Erstaunlich: Wirecard besitzt noch immer eine gültige Banklizenz – Es droht Entzug!

Wirecard besitzt laut Bafin und dem Bundesamt eine gültige Banklizenz. So lange diese noch besteht, darf Wirecard auch noch weitere Transaktionen als Zahlungsdienstleister abwickeln. Für Wirecard dürfte die Existenz dieser Lizenz eine existenzielle Frage sein.

Nur möchten wir auch darauf hinweisen, dass zurzeit niemand ausschließen oder bestätigen kann, wer in den Schmuh bei Wirecard verwickelt ist, der bereits bin in höchste Kreise zieht und schon erste Zivilklagen auslöste.

Irgendwann könnte also die dafür zuständite Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), bei der bereits mehrere Verfahren zur Wirecard und deren Vorständen anhängig sind, derart unter Zugzwang geraten, dass man zum Schutz der Kunden, die Lizenz prüft oder entzieht.

Wir wissen nicht wann es das letzte Mal bei einem Geldinstitut von derartiger Größe und Bedeutung, zum vollständigen Entzug der Banklizenz kam und möchten nicht mutmaßen. Aber die Verstöße bei Wirecard sind in den Augen vieler unabhängiger Experten, mit denen wir heute am frühen Sonntagmorgen gesprochen haben, offenbar derart eklatant, “dass diese Gefahr sicherlich bestünde“.

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Wir können investierten Anlegern darum nur raten, sich stündlich oder so oft wie möglich, die relevanten Informationen direkt von der zuständigen Internetseite der Bafin zu beschaffen: Hier gelangen Sie zur Bafin.

Bislang waren Börsenmedien, der Ansicht, die wir aber in diesem Belang ausdrücklich nicht teilen, dass ein Entzug der Banklizenz eher unwahrscheinlich wäre.

Dennoch sei die Bafin daran interessiert, aufgrund der Systemrelevanz von Wirecard den Schaden zu begrenzen. Ein Entzug der Banklizenz würde die Problemlage enorm verschärfen und könnte zur Abwicklung des Unternehmens führen. Das sei in niemandes Interesse und daher sei damit momentan auch nicht zu rechnen.

schreibt das Finanzportal BoersenNews.de

Eine Rettung ist immer noch möglich – wenn auch eher theoretischer Natur

Natürlich schöpfen Anleger aktuell noch einen Funken Hoffnung daraus, dass der berühmte Anwalt James Freis, als unbefleckter, unparteiischer und erfahrener Mann, nun sogar als CEO und nicht nur wie geplant als “Compliance” Vorstand, die Kontrolle über das Management bei Wirecard übernommen. Für die Gläubiger war dies ein starkes Zeichen, dass man wohl ernsthaft an einer Lösung arbeitet, die zumindest den weiteren Geschäftsbetrieb ermöglicht und eine lückenlose Aufarbeitung zulässt.

“Keiner hat ein Interesse daran, den Kredit zu kündigen”, schreibt heute morgen, die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Aus dem Umfeld der 15 Banken, die Wirecard finanzieren, heißt es: “Alle wollen jetzt das Ding kurzfristig stabilisieren.”

FAZ, Spiegel unter Berufung auf bankeninterne Quellen.

Könnte die EZB einspringen?

Fakt ist, es fehlen seit Donnerstag früh, mindestens 2 Milliarden Euro oder rund zwei Drittel der gesamten Liquidiät, von Wirecard. Dies einfach auf “Nachlässigkeiten” oder einen “Partnerbetrug” einer Drittpartei abzuwälzen, wie es Markus Braun noch versucht, indem er eine Anzeige erstattete, scheint uns zumindest höchst zweifelhaft.

Wir hatten sofort den Sinn einer solchen Transaktion in Frage gestellt, wie es sein könne, dass offenbar ein erheblicher Teil der Barmittel bei einer philippinischen Bank geparkt sein könne, auch noch bei einer Drittpartei?

Trotzdem wäre es – aufgrund der enormen Bedeutung von Wirecard als mittelständischer Finanzdienstleister – weiterhin denkbar, dass die EZB und einige Banken oder auch der größte Gläubiger, die Softbank – welche letztes Jahr im April einen 900 Millionen Kredit vergeben hat, in die Bresche springen, um das Überleben der Wirecard als Unternehmen zu sichern.

Doch selbst wenn das gelingt, müssten die 1,9 Milliarden Euro wohl aus der Unternehmensbewertung vollständig gestrichen werden und würden fortan von der Seite der Verbindlichkeiten “aufgefüllt”, was am Ende den Aktienwert nur weiter dezimiert.

Wir tun uns bei der Ausgabe eines “Restwertes” für die Wirecard-Aktie darum sehr schwer und gehen eher davon aus, dass Anleger in letzter Konsequenz wohl besser fahren, ihre letzten Groschen noch in Sicherheit zu bringen, als alles zu verlieren.

Umgekehrt gibt es auf dem aktuellen Kursniveau natürlich für Zocker auch Chancen. Sollte es – was wir wohlgemerkt als höchst unwahrscheinlich ansehen – eine Einigung mit den Gläubigern, eine Finanzspritze eines Finanzinstituts, vielleicht in Abstimmung mit Softbank geben, die tatsächlich ein Interesse am Kundenstamm und der Technologie haben sollten und würde – träumen darf ja jeder – die EZB oder das Finanzministerium mit einem Sonderkredit einspringen, schließlich wurden Notenbank- und Steuergelder in der laufenden Finanzkrise schon für unsinnigere Dinge ausgegeben, wäre ein erneuter Kurs-Aufschwung bei Wirecard gleichwohl möglich.

Insofern wechselt, rein statistisch das Chance-/Risikoverhältnis nun von der Short- auf die Longseite. Doch am Ende ist ein annähernder Totalverlust für uns, gemessen an der Eintrittswahrscheinlichkeit, immer noch das wahrscheinlichste Szenario.

Rauswurf aus dem DAX droht zum Kurs-Debakel zu werden

Long-Zocker sollten zudem bedenken, dass vermutlich in Kürze der Rauswurf dieser Aktie aus dem DAX-30 Familie droht und Institutionelle Anleger sowie ETFs, allein durch die Statuten danach nicht mehr investiert sein dürften und das noch große Verkaufswellen auslösen könnte.

Fazit

Darum rechnen wir auch weiterhin mit großen, heftigen Bewegungen und meinen, dass der schlimmste Kursverlust nominal zwar durchgestanden ist, aber die Wirecard-Aktie real immer noch ein Totalverlust werden kann, trotz theoretischer Chancen.

Interessenskonflikt

Dieser Beitrag stellt eine Meinung des Autors dar. Geschäftspartner halten Aktien des besprochenen Unternehmens. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Geschäftspartner können die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – kaufen oder veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Von Tenbagger

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